KreisFeuerwehrVerband

Erlangen-Höchstadt e.V.

Veranstaltungen

"Joe" und die Himmelsleiter

 

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Adelsdorf. Im Rahmen der Feier ihres 140-jährigen Bestehens konnte die Freiwillige Feuerwehr Adelsdorf am 27.Oktober 2017 als besonderes Ereignis in ihrer Geschichte eine neue Drehleiter DLA(K) 23-12 in Dienst stellen.

Vorstandsvorsitzender Thomas Lay konnte dazu zunächst im Hof des Feuerwehrgerätehauses eine große Zahl von Ehrengästen, befreundeten Feuerwehren und Vereinen willkommen heißen. Zunächst stand die Segnung des neuen Fahrzeugs an, die durch die örtlichen Geistlichen vorgenommen wurde. Nach einem äußerst eindrucksvollen „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“, intoniert durch die Adelsdorfer Musikanten, kommentierte Pfarrer Thomas Ringer die Lesung, für die sein evangelischer Kollege Jens Arnold das 1. Buch Mose (Genesis, 28, 10-22) gewählt hatte, in der Jakobs Traum von der Himmelsleiter erzählt wird. Er bat die anwesenden Feuerwehrleute abschließend, immer dann, wenn die neue Drehleiter zum Einsatz komme und in den Himmel rage, auch an die Verbindung zu Gott zu denken, ihm auch einmal zu danken und nicht nur zu bitten. Er betonte, der Segen gelte nicht dem Fahrzeug, sondern den Menschen, die es zum Einsatz bringen, um anderen zu helfen.

Nach dem kirchlichen Segen wurde die Leiter auch auf den Namen eines Patens getauft. Stellvertretend für den Bayerischen Staatsminister des Innern und für Integration, Joachim Herrmann, der erstmals im Landkreis die Patenschaft für ein Feuerwehrfahrzeug übernommen hatte, enthüllte Landtagsabgeordneter Walter Nussel den Namen am Leiterpark. Das dabei nicht der richtige Vorname, sondern der landtagsinterne Spitzname des Ministers, „Joe“, verwendet worden war, sorgte dabei bei den Gästen für heitere Mienen.

Tatkräftig unterstützt durch Kids aus der Adelsdorfer Kinderfeuerwehrgruppe überreichte 1.Bürgermeister Karsten Fischkal anschließend symbolisch die Fahrzeugschlüssel an die beiden Kommandanten der FF Adelsdorf und betonte, das Wichtigste sei, dass alle immer wieder gesund von ihren Einsätzen zurückkämen.

Angeführt von Kinder- und Jugendfeuerwehr sowie musikalisch begleitet von mehreren Musikkapellen und Spielmannszügen, setzte sich danach ein nicht enden wollender Festzug in Richtung Aischgrundhalle in Bewegung, wo der Festkommers zum 140-jährigen Bestehen stattfand.

Dabei wurde auf dem Marktplatz ein Zwischenstopp eingelegt, wo zu Ehren der gefallenen und verstorbenen Feuerwehrkameraden ein Kranz niedergelegt wurde.

Nach einem perfekt darauf einstimmenden Film über die Abholung und Ankunft der neuen Drehleiter, mit dem deutlich wurde, wie sehr man sich in Adelsdorf auf das neue Hubrettungsfahrzeug gefreut hatte, konnte Vorstandsvorsitzender Thomas Lay dann die zahlreichen Gäste persönlich begrüßen. Insbesondere freute er sich über die Anwesenheit von Innenminister Joachim Herrmann, der im Verlauf des Festkommers´ hinzukam, Stefan Müller MdB, Walter Nussel MdL, Landrat Alexander Tritthart, Bürgermeister Karsten Fischkal, den anwesenden Kreis- und Gemeinderäten sowie den Bürgermeistern der umliegenden Gemeinden. Ein besonderer Gruß galt Perry Soldan, dem geschäftsführenden Gesellschafters der ortsansässigen Dr. C. Soldan GmbH, die bereits seit den 50er Jahren die Feuerwehr Adelsdorf bei Fahrzeugbeschaffungen vorbildlich finanziell unterstütze.

Seitens der Feuerwehr konnte Lay zahlreiche Führungs- und Ehrenführungsdienstgrade aus den Kreisbrandinspektionen Erlangen-Höchstadt und Forchheim mit den Kreisbrandräten Matthias Rocca und Oliver Flake an ihrer Spitze willkommen heißen, dazu die Abordnungen von 5 Patenfeuerwehren sowie weiteren 40 Feuerwehren aus beiden Landkreises und 10 Adelsdorfer Ortsvereinen.

Sein Gruß galt ebenso Michael Haas vom THW-Ortsverband Baiersdorf und die Vertreter der BRK-Bereitschaft Adelsdorf, bei denen er sich auch für die Sicherheitswache während der Veranstaltung bedankte.

Der Vorstandsvorsitzende erläuterte dann erst einmal den Begriff „Festkommers“, mit dem heute viele nichts mehr anfangen könnte. Er bezeichne eine aus besonderem Anlass abgehaltene hochoffizielle Veranstaltung mit abendlichem Umtrunk in feierlichem Rahmen, zu der er die Anwesenden nachfolgend einlud.

Jürgen Hörrlein betonte, es sei ein besonderer Tag mit gleich zwei Anlässen, die ihn als Kommandanten stolze mache. Mit der Indienststellung der neuen Drehleiter habe man die Schlagkräftigkeit der örtlichen Wehr als einen von acht Drehleiterstandorten im Landkreis deutlich verbessert. Er stellte das Fahrzeug kurz vor und nannte dabei auch den stolzen Preis von 610.000 Euro, die es gekostet habe, und zu der Beschaffung sowohl der Freistaat Bayern als auch der Landkreis Erlangen-Höchstadt Fördermittel bereitgestellt haben. Dafür bedankte er sich bei Bürgermeister Karsten Fischkal und dem Gemeinderat, Innenminister Joachim Herrmann und Landrat Alexander Tritthart auf das Herzlichste. Besonders freue es ihn, dass Joachim Herrmann auch die Patenschaft für das Fahrzeug übernommen und seinen Spitznamen dafür zur Verfügung gestellt habe.

Der Minister, der anschließend an das Rednerpult trat, beglückwünschte die FF Adelsdorf zu ihrem Jubiläum und betonte, dass die Feier für ihn persönlich der Höhepunkt eines arbeitsreichen Tagesprogrammes sei.

Für die immer umfangreicher und komplexer werdende Arbeit der Feuerwehren werde eine moderne und geeignete Ausstattung benötigt. In diesem Zusammenhang erläuterte er den langen Weg der Beschaffung der Adelsdorfer Drehleiter, in die er schließlich persönlich mit eingebunden worden sei, um sie zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Herrmann wies allerdings auch darauf hin, dass heute weniger die neue, moderne Technik zu feiern sei als vielmehr das großartige, langjährige ehrenamtliche Engagement der Aktiven zu allen Zeiten und für die Zukunft. Dafür bedankte er sich ganz herzlich.

Einen Schatten auf dieses bürgerliche Engagement werfe allerdings die immer mehr zunehmende Gewaltbereitschaft gegen Einsatzkräfte, die sich längst nicht mehr nur gegen Polizisten richte. Dabei ziele sie nicht auf die einzelnen Helfer persönlich ab, sondern gegen die Tatsache, dass sie sich in Uniform oder Schutzkleidung für Staat und Gesellschaft engagierten. Dieser Entwicklung müsse man entschieden und mit aller rechtlich zur Verfügung stehenden Härte entgegentreten.

Perry Soldan erläuterte die Firmenphilosphie seines Unternehmens, in der auch verankert sei, dass jede Generation in der Geschäftsleitung darin angehalten sei, sich einmal bei einer Fahrzeugbeschaffung für die FF Adelsdorf zu engagieren. Nach einem Tanklöschfahrzeug in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts und einem Kommandowagen zur Jahrtausendwende sei man nun finanziell maßgeblich an der Beschaffung eines Gerätewagens für die Adelsdorfer Wehr beteiligt, der in Kürze hier eintreffen wird.

Was alle Feuerwehrleute verbinde, sei ihre Verlässlichkeit. Nur dadurch funktioniere die Zusammenarbeit. Soldan selbst „outete“ sich als ausgebildeter freiwilliger Feuerwehrmann und konnte dies durch Wissen um einige Details bei der Bedienung älterer Tragkraftspritzen belegen, die so manchen altgedienten Feuerwehrler in der Halle aufhorchen ließen.

Landrat Alexander Tritthart überbrachte die Glückwünsche des Landkreises, des Kreistages sowie der Bevölkerung und bedankte sich für das langjährige Engagement der Aktiven, das sich in 140 Jahren in der Aufgabenstellung enorm gewandelt hätte und eine stete Anpassung der Ausrüstung erfordere, zu der, wie in diesem Fall, auch der Landkreis im Rahmen seiner Möglichkeiten gerne seinen Beitrag leiste. In diesem Zusammenhang habe er sich auch mit den Aktiven gefreut, als die neue Drehleiter, wie im Film schön erkennbar, auf der Kreisstraße ERH 16 in den Ort gerollt sei

Dies griff 1.Bürgermeister Karsten Fischkal dann auch gleich augenzwinkernd auf: „Noch schöner wäre es gewesen, wenn die neue Drehleiter über einen neuen Kreisverkehr nach Adelsdorf hereingefahren wäre..!“ Wenn es zu Notfällen käme, sei Schnelligkeit gefragt, an 365 Tagen im Jahr und 24 Stunden am Tag. Er sei sich sicher, wenn in diesem Augenblick die Funkmeldeempfänger ertönen würden, wären sofort alle Einsatzkräfte weg. (Anm.: Zum Glück mussten dies in diesem Augenblick nicht die Adelsdorfer Geburtstagskinder beweisen, sondern „nur“ die Delegation der FF Heroldsberg, die zu einem Einsatz gerufen wurde.)

Fischkal wünschte den Aktiven mit „Joe“ stets gute Fahrt und erfolgreiche Einsätze in der Zukunft. In der Kinder- und der Jugendfeuerwehr könnten parallel dazu die Wege gestaltet werden, die auch den künftigen Personalbedarf decken können. Er sei stolz auf seine Feuerwehr und beglückwünschte sie zu ihrem Jubiläum. Nach der Feststellung „Die Großen haben genug bekommen – jetzt sind die Kinder dran!“ übergab er zwei Kuverts mit Spenden an Mitglieder der Kinder- und Jugendgruppen der Adelsdorfer Wehr.

Kreisbrandrat Matthias Rocca gratulierte im Namen der Kreisbrandinspektion und des Kreisfeuerwehrverbandes. Gerne habe auch er sich für die größere Variante der Drehleiter ausgesprochen, um auch den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein. Er freute sich über den hohen Personalstand bei den Aktiven sowie den Zulauf bei der Kinder- und der Jugendfeuerwehr.

Andreas Steinmüller, 1.Vorsitzender der Patenfeuerwehr Rottendorf aus dem Landkreis Würzburg blickte auf die 45-jährige Entstehungsgeschichte der Partner- und seit 2009 auch Patenschaft mit der FF Adelsdorf zurück. Zusammen mit dem 1. Kommandanten Christian Ditzel übergab er an Thomas Lay und Jürgen Hörrlein eine Kordel als Zeichen der Verbundenheit der Vereine sowie ein „Bullhorn“ als Zusatzausstattung für die neue Drehleiter.

Stellvertretend für die Vereine der Gemeinde Adelsdorf gratulierte Bettina Pöschl von der örtlichen BRK-Bereitschaft und bedankte sich für die intensive und professionelle Zusammenarbeit insbesondere innerhalb ihrer Organisationen, die sich sehen lassen könne. Sie thematisierte in ihrem Grußwort etwas augenzwinkernd den offensichtlichen Widerspruch zwischen den Anforderungen, die an die Vereine seitens des Datenschutzes gefordert werden, und der gleichzeitigen, öffentlichen Zurschaustellung persönlicher Daten und Informationen durch die privaten Nutzer sozialer Netzwerke.

Elisabeth Münch, 1. Vorsitzende der FF Aisch, überbrachte die Grüße und Glückwünsche der Patenfeuerwehren Aisch, Röttenbach, Willersdorf-Haid und Zeckern. Pate zu sein, bedeute Verantwortung zu übernehmen. Sie freute sich, wie sehr sich durch die Patenschaften ein sehr gutes Verhältnis der Feuerwehren zueinander entwickelt hätte.

Mit Bierkrügen und dem dazu nötigen Inhalt sowie Blumen bedankten sich Vorstandsvorsitzender Thomas Lay und 1. Kommandant Jürgen Hörrlein bei allen Rednern im Festkommers.

Während dann in der Halle die letzten Vorbereitungen für den Festabend mit Auftritt der Leutenbacher Musikanten getroffen wurden, ließ es sich Innenminister Joachim Herrmann nicht nehmen, sein Patenkind, die neue Drehleiter „Joe“, persönlich kennenzulernen.

 

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Bericht und Bilder: Glossary Link KBI Stefan Brunner, Pressestelle KFV ERH e.V.