KreisFeuerwehrVerband

Erlangen-Höchstadt e.V.

Veranstaltungen

"Lasst nichts anbrennen!"

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Erlangen-Höchstadt / Möhrendorf. Der Feuerwehrdienst im Landkreis ist aktuell zahlreichen Veränderungen unterworfen: Zwar etwas weniger Brandeinsätze als im Vorjahr, aber deutlich mehr technische Hilfeleistungen. Erneut weniger Feuerwehrstandorte, aber mehr Einsatzkräfte. Dazu personelle Wechsel im Bereich der Kreisbrandinspektion und in Kürze auch jede Menge neue Technik.

Zur Frühjahrsdienstversammlung der Kommandanten und Stellvertreter der Freiwilligen Feuerwehren und Werkfeuerwehren des Landkreises in der Seebachtalhalle in Möhrendorf konnte Kreisbrandrat Matthias Rocca eine Vielzahl von Ehrengästen willkommen heißen, unter ihnen die Vertreter des Polizeipräsidiums Mittelfranken und der Polizeiinspektionen des Landkreises, Möhrendorfs 1.Bürgermeister Thomas Fischer und zahlreiche weitere Rathauschefs, Landrat Alexander Tritthart sowie Abteilungsleiterin Kristin Romanek und den zuständigen Sachgebietsleiter Matthias Görz des Landratsamts Erlangen-Höchstadt, daneben zahlreiche Ehrendienstgrade und ehemalige Führungskräfte der Feuerwehren.

Thomas Fischer hieß die Gäste mit seinem Grußwort willkommen und stellte ihnen die Gemeinde und ihre beiden Feuerwehren vor, für die gerade erst ein Brandschutzbedarfsplan erarbeitet und damit deren weitere Entwicklung festgelegt worden sei.

Landrat Alexander Tritthart stellte fest, dass das freiwillige Feuerwehrwesen im Umbruch sei: In den letzten Jahren wurden fünf der ursprünglich 81 Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises mangels Personal oder zur Verfügung stehender Führungskräfte aufgelöst, vor kurzem erfolgte nun weiterer Schritt die Fusion der Wehren aus Hemhofen und Zeckern. Der Landkreis stehe zu seiner gesetzlichen Verpflichtung bei der Mitwirkung im Brand- und Katastrophenschutz durch die Bereitstellung überörtlich wichtiger Fahrzeuge und Ausrüstung: So seien vor wenigen Wochen die dieses Jahr notwendigen Finanzmittel für die ersten Komponenten des neuen Wechselladersystems im Kreistag fast einstimmig verabschiedet worden. Den Feuerwehren sprach er seinen höchsten Respekt und seinen Dank für die Bewältigung ihrer schweren Aufgaben aus.

Erster Polizeihauptkommissar Jürgen „Joe“ Schmeißer, Polizeiinspektion Höchstadt a. d. Aisch, bedankte sich in seinem sehr persönlichen Grußwort stellvertretend für alle anwesenden Dienststellenleiter für die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Polizei im Landkreis und lobte das ehrenamtliche Engagement rund um die Uhr, in der Ausbildung und der Jugendarbeit sowie deren große soziale Komponente. Gleichzeitig verabschiede er sich mit Wehmut von den Wehren, nachdem er zum Ende 2017 nach vielen gemeinsamen Jahren mit schönen Erlebnissen, oft aber auch sehr belastenden Ereignissen in den wohlverdienten Ruhestand gehen werde. Sein Wunsch zum Abschied: „Lasst nichts anbrennen!“ wurde von den Anwesenden mit langanhaltendem Applaus aufgenommen.

Für seine freundschaftliche Verbundenheit mit den Feuerwehren und die langjährige großartige Zusammenarbeit zeichneten ihn Landrat Alexander Tritthart und Glossary Link KBR Matthias Rocca anschließend mit einer Ehrenurkunde und der Anstecknadel des Landkreises aus.

In seinem Jahresbericht ging Matthias Rocca dann auf die aktuelle Novellierung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes ein, das künftig den Feuerwehrdienst bis zum 65.Lebensjahr und gleichzeitig die gesetzliche Verankerung von Kindergruppen der Feuerwehren, aber auch dort, wo nötig, mit Zustimmung der betroffenen Feuerwehren eine interkommunale Zusammenarbeit ermöglichen werde. Auch im Jahr 2017 werden den Maschinisten der Feuerwehren wieder Fahrsicherheitstrainings des ADAC sowie Schulungen auf dem Sondersignalfahrtentrainer angeboten, um sie für die besonderen Anforderungen von Einsatzfahrten fit zu machen.

Rocca stellte dann das neue Wechselladerkonzept des Landkreises vor: Noch 2017 werden als erste Stufe zwei Trägerfahrzeuge und vier Abrollbehälter (Atem-/Strahlenschutz, Besprechung, Logistik und Mulde) ausgeschrieben, die dann bei den Feuerwehren Höchstadt und Herzogenaurach beheimatet werden. Darüber hinaus stationiert der Freistaat im Jahr 2018 einen Abrollbehälter mit Gerätesatz „Hochwasser“, bestückt unter anderem mit 18 Schmutzwasserpumpen, im Landkreis, der auch bayernweit bei entsprechenden Schadensereignissen zum Einsatz kommen wird. Sein Dank galt den Mitgliedern des Arbeitskreises „Wechselladersystem“, Glossary Link KBM Dieter Püttner, Glossary Link KBI Heinz Horlamus, KBM Stefan Brunner, KBM Jochen Hofmockel und KBM Sven Menger, die für Gesamtkonzeption und die Erstellung der umfangreichen Leistungsverzeichnisse verantwortlich zeichneten.

Daneben gab der Kreisbrandrat weiter Informationen zu den Feuerwehrschulen mit ihren inzwischen Ausbildungsmöglichkeiten, Einsätze bei Auslösung von privaten Rauchwarnmeldern, zur Neustrukturierung und –ausstattung der Flughelfergruppen sowie zur Überarbeitung der Feuerwehrdienstvorschrift 2 „Ausbildung in der Freiwilligen Feuerwehr“, bei der sich auch Führungskräfte des Landkreises mit einbringen werden.

KBM Stefan Brunner stellte im Anschluss die Einsatzstatistik für das Jahr 2016 vor, die 374 Brandeinsätze verzeichnete (16 weniger als 2015), dazu 1451 technische Hilfeleistungen (+179), 168 Sicherheitswachen (-6), 197 sonstige Tätigkeiten (-4) sowie 341 Fehlalarmierungen (-6). Dazu wurden an den First Responder-Standorten Baiersdorf, Bubenreuth und Kalchreuth 268 medizinische Notfalleinsätze gefahren (-54). 3015 Feuerwehrdienstleistende (+42) leisteten damit bei zusammen 2534 Einsätzen (-172) komplett ehrenamtlich insgesamt 30035 Einsatzstunden (+987). Bei Bränden konnten drei Personen (-1) gerettet, leider aber auch drei Personen (+2) nur noch tot geborgen werden. Noch höheren Belastungen waren die Einsatzkräfte bei technischen Hilfeleistungen ausgesetzt: Die Zahl der dabei tot geborgenen Personen stieg von 19 im Vorjahr auf 40 im Jahr 2016, 95 Personen konnten im gleichen Zeitraum durch die Feuerwehr gerettet werden (-7). Bei First Responder-Einsätzen zur qualifizierten Ersten Hilfe bis zum Eintreffen von Notarzt und Rettungsdienst konnten 95 (-17) weitere Personen gerettet werden, ebenso wie 2015 war in acht Fällen war keine Hilfe mehr möglich.

In der Pause hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, das neue Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug Glossary Link HLF 10 der FF Gremsdorf zu besichtigen.

Kreisjugendfeuerwehrwart KBM Marcus Maier berichtete von den Veranstaltungen und Aktivitäten im Bereich der Jugendfeuerwehren, bei denen erfreulicherweise auch wieder ein Mitgliederplus zu verzeichnen sei: In 66 Jugendgruppen wurden zum Jahresende 2016 426 männliche und 151 weibliche Feuerwehranwärter auf den Dienst am Nächsten vorbereitet, 31 Jungs und 31 Mädchen mehr als 2015. Besonders positiv sei der Trend in den Feuerwehren, die bereits Kinderfeuerwehrgruppen gebildet hätten, die die Kinder auf die Jugendfeuerwehren hinführen. Gleichwohl hatte Maier auch mahnende Worte dahingehend parat, den Nachwuchs nicht schon in den Kindergruppen zu sehr mit Ausbildungsthemen zu beschäftigen, da sonst bei der Übernahme in die Jugendfeuerwehr eine Steigerung der Attraktivität erschwer würde, die zu Desinteresse führen könnte.

Kreisbrandinspektor Manfred Schattan, zuständig für die Koordination der Ausbildung im Landkreis, blickte auf die Lehrgänge auf Kreisebene zurück. Während 2016 noch etliche Feuerwehranwärter ihre Truppführerausbildung nach dem alten System abschlossen, absolvierten parallel auch schon die ersten Einsatzkräfte, die die neue, sogenannte Modulare Truppausbildung komplett durchlaufen hatten, ihre Abschlussprüfungen. Neben den Lehrgängen an den Staatlichen Feuerwehrschulen wurde auf Kreisebene darüber hinaus Atemschutzgeräteträger, Wärmeschutzbekleidung, Träger von Chemikalienschutzanzügen, Maschinisten, Drehleitermaschinisten, Absturzsicherung, Digitalfunk, und den Einsatz von Wärmebildkameras geschult.

Über die neue DispoGruppe „Warnen“, der vier gleichmäßig über das Kreisgebiet verteilte Feuerwehren angehören, informierte Kreisbrandmeister Dieter Püttner. Zur Warnung der Bevölkerung bei entsprechenden Einsatzlagen wurden die dafür im Landkreis vorhandenen Lautsprechersysteme, mit denen sowohl Sirenensignale als auch Warndurchsagen möglich sind, an die Feuerwehren Etzelskirchen, Haundorf-Beutelsdorf, Igelsdorf und Kleingeschaidt verteilt und deren Einsatzkräfte daran ausgebildet.

Den Abschluss der Dienstversammlung bildeten dann Personalien: Für den Fachbereich „Vorbeugender Brandschutz / Brandmeldeanlagen“ wurde Udo Beuerlein aus Möhrendorf von Matthias Rocca zum Kreisbrandmeister ernannt. Zum Nachfolger für den 2016 auf eigenen Wunsch aus dem aktiven Dienst ausgeschiedenen KBM Roland Zeilinger bestellte der Kreisbrandrat Patrick Dreher aus Herzogenaurach zum Kreisbrandmeister für den Fachbereich „Atemschutz“.

Für seine langjährige und hervorragende Arbeit, zuletzt bis Ende 2016 als Kreisbrandmeister für den Bereich Höchstadt a. d. Aisch, zeichnete Landrat Alexander Tritthart KBM a.D. Reiner Kugler mit dem Ehrenkreuz des Deutschen Feuerwehrverbandes in Silber aus und überreichte ihm die Ehrenurkunde des Präsidenten des DFV, Hartmut Ziebs.

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Bericht und Bilder: KBM Stefan Brunner, Pressestelle KFV ERH e.V.