KreisFeuerwehrVerband

Erlangen-Höchstadt e.V.

Übungen

Großschadenslage "auf dem Papier"

 

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Erlangen-Höchstadt / Herzogenaurach. In zahlreichen fränkischen Kreisen und Städten wurde am 30. September seitens der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben die Bewältigung verschiedenster Großschadenslagen geübt. So auch im Landkreis Erlangen-Höchstadt, wo angenommen wurde, dass die Einsatzkräfte nach einem Unwetter im Großeinsatz waren, wobei unter anderem auch die Fachklinik Herzogenaurach evakuiert werden musste. Das ist auch der Grund, warum dort am Samstag so viele Einsatzfahrzeuge und Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienstorganisationen, Technischem Hilfswerk, Polizei und Bundeswehr zu sehen waren.

Da vor allem dieses Szenario allein zu Übungszwecken nicht problemlos 1:1 darstellbar gewesen wäre, wurde die Schadenslage in Form einer erweiterten Stabsrahmenübung abgearbeitet. Ein Organisationsteam hatte hierzu eine Vielzahl einzelner „Unwettereinsätze im gesamten Landkreis“ zu einem realistischen Ganzen zusammengefügt und spielte diese im Laufe des Vormittag in die Übung ein.

Neben den „klassischen Einsätzen“ wie vollgelaufenen Kellern, auslaufenden Heizöltanks, abgedeckten Dächern oder umgestürzten Bäumen und Gerüsten auf Fahrbahnen wurde nach ein Brand in der Elektroverteilung der Fachklinik Herzogenaurach angenommen, der zunächst die Räumung der Stationen und im weiteren Verlauf die Evakuierung der gesamten Klinik erforderlich machen sollte, nachdem abzusehen war, dass die Stromversorgung über mehrere Tage hinweg nicht wieder hergestellt werden könne.

Um den Funkverkehr mit der Integrierten Leitstelle Nürnberg darstellen zu können, ohne deren Kräfte und Mittel zu binden, wurden deren Aufgaben aus einem vor Ort befindlichen Fahrzeug der Fachgruppe Führung/Kommunikation des THW-Ortsverbandes Nürnberg heraus wahrgenommen. Die „alarmierten“ Feuerwehren und Hilfsorganisationen aus Herzogenaurach, zahlreichen weiteren Landkreisgemeinden und der Stadt Nürnberg wurden ebenfalls fiktiv von Funkarbeitsplätzen aus dargestellt, die in einem Seminarraum in der Fachklinik eingerichtet worden waren.

Die mit der Bewältigung dieser Großschadenslage beauftragte Einsatzleiter von Feuerwehr, THW und Rettungsdienst, die zunächst vor Ort die Führung der Kräfte übernahmen, hatten in dem stetig anwachsenden Szenario alle Hände voll zu tun. Schnell war klar, dass hier ein erhöhter Koordinierungsbedarf bestand.

In der Folge trat im Landratsamt Erlangen-Höchstadt die sogenannte Führungsgruppe Katastrophenschutz zusammen, durch die der an der „Einsatzstelle“ befindliche Fachberater des Technischen Hilfswerks, Michael Haas vom THW-Ortsverband Baiersdorf, zum Örtlichen Einsatzleiter bestimmt wurde. Zu dessen Unterstützung fand sich in der Feuerwache Herzogenaurach der Stab für die Örtliche Einsatzleitung zusammen, bestehend aus Führungskräften der Kreisbrandinspektion, der Rettungsdienste, des THW sowie von Polizei und Bundeswehr, technisch begleitet durch die Besatzung und Ausstattung des Einsatzleitwagens der „Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung“ aus Baiersdorf.

Übungszweck war in erster Linie der Aufbau und die Überprüfung der verschiedenen Führungsebenen, die organisationsübergreifende Besetzung von Stabsfunktionen sowie der Kommunikation zwischen diesen, die sowohl „klassisch“ mittels Papiervordrucken, Telefon und Fax als auch digital über Digitalfunk und online abgewickelt wurde. Ein weiterer Schwerpunkt war die Planung der Information der Bevölkerung, zum einen durch Warndurchsagen durch Lautsprecherfahrzeuge und Rundfunk als auch durch Einrichtung eines Bürgertelefons und Informationen im Internet und in sozialen Netzwerken, die zwischen den Pressestellen der Feuerwehr, der Hilfsorganiisationen sowie des Landratsamts abgestimmt und dann im Ernstfall auch durch das Polizeipräsidium Mittelfranken übernommen und weiter verteilt worden wären.

Gegen 13:00 Uhr wurde die Übung dann beendet, deren Erkenntnisse nun in den folgenden Wochen ausgewertet werden. Für die rund 80 Beteiligten gab es als Abschluss in der Feuerwache ein gemeinsames Mittagessen.

 

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Text und Bilder: Glossary Link KBM Stefan Brunner, Pressestelle KFV ERH e.V.