KreisFeuerwehrVerband

Erlangen-Höchstadt e.V.

Neue Fahrzeuge

Fahrzeugsegnung bei der FF Röttenbach

20181103 roettenbach v-lkw01

Röttenbach. Großer Grund zur Freude herrschte am vergangenen Samstag bei der Freiwilligen Feuerwehr Röttenbach: Sie konnte in einer Feierstunde den neuen Versorgungs-LKW, der zugleich auch das alte LF8/6 der Wehr ersetzt, in Dienst stellen und kirchlich segnen lassen.

Der offizielle Teil der Feier begann nach einem Choral der Röttenbacher Blasmusik und einer kurzen Begrüßung durch 1.Bürgermeister Ludwig Wahl mit der Segnung des neuen Fahrzeugs durch die örtlichen Geistlichen, Pfarrerin Ulrike Lorenz und Pfarrer Jakob Kurasserry. Sie betonten, Gott gebe Leben, das aber täglich durch Krankheit und Unfälle in Gefahr sei. Deshalb sei es gut, dass es Menschen gebe, die sich den Gefahren entgegenstellen, und die Technik, die ihnen dabei helfe. Die Kernaussage des Lukas-Evangeliums „Wer groß sein will, soll aller Diener sein“ verglichen sie dabei mit dem ehrenamtlichen Engagement der Feuerwehrleute, die diesen Dienst vorlebten und der Gemeinschaft dienten.

Nach der Segnung überreichte 1. Bürgermeister Ludwig Wahl zusammen mit seinen beiden Stellvertretern die Fahrzeugschlüssel an die beiden Kommandanten Sebastian Beck und Andreas Warter. Er betonte, die Gemeinde könne nur die Rahmenbedingungen für effektiven Brandschutz und schnelle Hilfeleistung schaffen. Die Feuerwehr erfülle diese mit Leben, weshalb er stolz darauf sei, das neue Fahrzeug in gute Hände übergeben zu können.

Anschließend führte er in der gut geheizten Fahrzeughalle die Begrüßung fort und konnte die örtlichen Pfarrer, Landrat Alexander Tritthart, Stellvertretenden Kreisbrandrat Stefan Brunner, Kreisbrandinspektor Jürgen Schwab und zahlreiche weitere Führungsdienstgrade des Landkreises willkommen heißen. „Die Nähe der Kollegen aus der Nachbarschaft tut gut!“, mit diesen Worten begrüßte er die Abordnungen der anwesenden Nachbarwehren, Bürgermeisterkollege Ludwig Nagel aus Hemhofen, dazu zahlreiche Gemeinderäte, Altbürgermeister, die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung sowie Kommandant Sebastian Beck und Vorsitzenden Wolfgang Kalb.

Ludwig Wahl stellte fest, bei den Feuerwehreinsätzen sei hoher Sachverstand und Fachkompetenz gefragt, gleichzeitig seien die Helfer hohen Belastungen ausgesetzt, die sie verarbeiten müssen. Dabei stehe die Gemeinde voll hinter ihren ehrenamtlichen Einsatzkräften und unterstütze sie nach Kräften. Und so sei auch die Übergabe des neuen Versorgungs-LKW´s etwas ganz Besonderes für ihn. Unter allen Vereinen und Verbänden übernehme die Feuerwehr eine herausgehobene Stellung im Gemeindeleben ein. Sein Dank galt der Feuerwehrführung, insbesondere dem vormaligen Kommandanten Jürgen Schwab für die vorbildliche Begleitung bei der Fahrzeugbeschaffung, sowie der Kreisbrandinspektion für die stete Unterstützung bei Bauvorhaben in der Gemeinde.

Landrat Alexander Tritthart nutzte sein Grußwort, um Danke zu sagen. Feuerwehrdienst sei keine Selbstverständlichkeit und stehe, gerade bei jungen Menschen, immer mehr im Wettbewerb mit anderen Vereinen und Freizeitmöglichkeiten. Er freute sich, dass die Gemeinden im Landkreis so gut da stünden, sich ihrer Verantwortung bewusst seien und die finanziellen Möglichkeiten auch wahrnehmen würden, um in ihre Feuerwehren zu investieren. Für die Jugendfeuerwehr Röttenbach hatte er einen Spendenscheck dabei, den er an Kommandant Sebastian Beck übergab.

Stellvertretender Kreisbrandrat Stefan Brunner betonte in seiner Ansprache, dass die Gemeinde und die Feuerwehr Röttenbach ihre „Hausaufgaben“ gemacht hätten. Mit der Beschaffung des neuen Versorgungs-LKW´s, der zugleich die Beladung des alten LF8/6 mitführe, habe man den Spagat geschafft, zum Einen ein Fahrzeug in Dienst zustellen, dass einen schnellen Zugriff auf die Beladung ermögliche wie ein klassisches Feuerwehrfahrzeug mit seiner übersichtlichen Geräteanordnung, zum Andern aber auch mit der variablen Beladung mit Rollcontainern gleichzeitig mehrere Einsatzstellen abarbeiten könne, wie es zum Beispiel nach Starkregenereignissen immer öfter erforderlich werde. Brunner mahnte aber auch davor, die  Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit gerade für solche Großschadenslagen nicht aus den Augen zu verlieren, und forderte unter dem Beifall der Anwesenden, auch den Mut zu haben, die Bürger wieder mehr in die Pflicht zu nehmen: „Wo vier, sechs, acht gesunde Hände in einem Haus sind, muss dann die Feuerwehr tatsächlich drei Zentimeter Wasser aus dem Keller beseitigen..?“

Kommandant Sebastian Beck stellte dann das neue Fahrzeug und dessen Beladung im Detail vor und erläuterte dessen mehrjährige Entstehungsgeschichte. Insbesondere auf unwegsamem Untergrund könne der neue Versorgungs-LKW auch seine Vorteile ausspielen. Er bedankte sich bei den Firmen MAN (Fahrzeug), Hensel (Aufbau) und Ziegler (Rollcontainer) für die gute Zusammenarbeit bei der Beschaffung sowie beim Gemeinderat, der Gemeindeverwaltung und der Kreisbrandinspektion für die Unterstützung. Sein besonderer Dank galt dem Beschaffungsteam um seinen Vorgänger, Glossary Link KBI Jürgen Schwab, die unzählige Stunden damit befasst gewesen seien, bei Fahrzeugbesichtigungen Vor- und Nachteile der einzelnen Fabrikate herauszufinden und die Ergebnisse in die eigene Planung einfließen zu lassen. Mit jeweils einem bestickten Badetuch bedankte er sich bei Ihnen für die geleistete Arbeit.

Die Nacht vom 1. zum 2.August 2017 wird Dr. Katrin Lull aus Röttenbach wohl niemals vergessen: Über Röttenbach war damals ein schweres Gewitter hinweg gezogen, und gegen 20:30 Uhr hatte ein Blitz in ihr Wohnhaus eingeschlagen und dessen Dachstuhl in Brand gesetzt. Für die schnell vor Ort befindlichen Feuerwehren aus Röttenbach, Baiersdorf, Hemhofen/Zeckern und Höchstadt a.d.Aisch hatte sich die Situation als außergewöhnlich schwierig dargestellt, handelte es sich dabei doch um eine sehr komplizierte, von außen verblechte Dachkonstruktion mit schwer zugänglichen Hohlräumen. Zudem war das Haus nicht mit einer Drehleiter erreichbar. Über sechs Stunden hatte sich der Einsatz damals hingezogen. Mit einem enormen personellen und materiellen Aufwand war es den Kräften jedoch gelungen, den Schaden zu begrenzen und das Haus zu retten.

Dafür bedankte sich Dr Katrin Lull, die in Fürth eine Zahnarztpraxis betreibt, nun im Rahmen der Fahrzeugsegnung der Freiwilligen Feuerwehr Röttenbach bei den Helfern auf das Herzlichste. Sie erinnerte an die Schreckensnacht aus ihrer eigenen Sicht und überreichte eine großzügige Geldspende zur Durchführung eines Team-Events an 1. Kommandant Sebastian Beck. Ihr größter Wunsch sei, die Hilfe der Feuerwehr niemals mehr in Anspruch nehmen zu müssen: „Und wenn doch, dann sind Sie da – und das ist ein verdammt gutes Gefühl!“

Sebastian Beck bedankte sich für die noble Spende. Es erfülle ihn und alle Feuerwehrler mit großem Stolz, wenn ihre Arbeit so gewürdigt werde, und revanchierte sich zusammen mit Bürgermeister Ludwig Wahl mit einem Blumenstrauß bei Frau Dr. Lull.

Mit den Klängen der Röttenbacher Blasmusik und einer gegrillten „Sau am Spieß“ ging der Festakt dann in einen gemütlichen Kameradschaftsabend über.

  • 20181103_roettenbach_v-lkw01
  • 20181103_roettenbach_v-lkw02
  • 20181103_roettenbach_v-lkw03
  • 20181103_roettenbach_v-lkw04
  • 20181103_roettenbach_v-lkw05
  • 20181103_roettenbach_v-lkw06
  • 20181103_roettenbach_v-lkw07
  • 20181103_roettenbach_v-lkw08
  • 20181103_roettenbach_v-lkw09
  • 20181103_roettenbach_v-lkw10
  • 20181103_roettenbach_v-lkw11
  • 20181103_roettenbach_v-lkw12
  • 20181103_roettenbach_v-lkw13
  • 20181103_roettenbach_v-lkw14
  • 20181103_roettenbach_v-lkw15
  • 20181103_roettenbach_v-lkw16
  • 20181103_roettenbach_v-lkw17

Bericht und Bilder: Stefan Brunner, Pressestelle KFV ERH e.V.