KreisFeuerwehrVerband

Erlangen-Höchstadt e.V.

Lehrgänge

Höhenretter bei der WF Schaeffler

 

2017 Lehrgang HÂhenretter bung

Ein Schaeffler-Mitarbeiter hat beim Arbeiten im Hochregallager das Bewusstsein verloren. Er hängt in 20 Metern Höhe in der Luft, die Rettung über eine Drehleiter ist nicht möglich. Ein klassischer Fall für die Höhenretter der Werkfeuerwehr in Herzogenaurach, die nun sechs qualifizierte Höhenretter in ihren Reihen hat.

Herzogenaurach (ak). „Höhenretter sind in der Lage, Leute aus exponierter Lage zu retten“, sagt Bernd Bucher, Leiter der Höhenrettung bei der Werkfeuerwehr. „Exponierte Lage heißt, dass man den Verletzten nicht mithilfe einer Drehleiter, zu Fuß oder irgendwie anders bergen kann, sondern am Seil auf- oder absteigt und den Verletzten in der Höhe oder Tiefe versorgt.“

Nur 20 Minuten Zeit

„Man hat im Notfall nur 20 Minuten Zeit, um die Leute aus der misslichen Lage zu befreien“, ergänzt Markus Galster, Leiter der Werkfeuerwehr. Dann kann der Verletzte ein Hängetrauma erleiden – das ist ein potenziell lebensbedrohlicher Schockzustand, der bei längerem bewegungslosen freien Hängen in einem Gurtsystem auftreten kann. Die erzwungene aufrechte Körperhaltung führt hierbei durch die Schwerkraft zum Versacken des Blutes in herabhängenden Körperteilen.

„Die Berufsfeuerwehr Fürth, die für Höhenrettung im Landkreis zuständig ist, braucht bis ans Werkstor circa 30 Minuten. Zu spät für die Verletzten“, sagt Bernd Bucher. „Deshalb haben wir uns in Sachen Höhenrettung weiterqualifiziert.“

Sechs Höhenretter in Herzogenaurach

Sechs Mitarbeiter der Werkfeuerwehr haben die zweiwöchige Ausbildung zum Höhenretter erfolgreich absolviert. Ein Experte der Höhenrettung der ECMS Academy hat den Lehrgang durchgeführt und auf spezielle Situationen bei Schaeffler – wie die Rettung in einem Heizöltank, Schacht oder im Hochregallager – abgestimmt.

Trainingsinhalte waren das Material, das zur Rettung benötigt wird und dessen Anwendung, das Aufsteigen am Seil, die Versorgung, der Transport und das Abseilen der verletzten Person. Alle Handgriffe und Abläufe haben die Kameraden immer wieder geübt, auch mit den Mitarbeitern des Werksärztlichen Dienstes zusammen. „Ich vertraue meinen Leuten blind“, erzählt Markus Galster. Er hatte sich bei der Abschlussübung aus etwa 20 Metern abseilen lassen.

Ihr Wissen geben die Höhenretter nun auch im Unternehmen weiter: Sie schulen beispielsweise die Mitarbeiter in der Instandhaltung, die in den Hochregallagern arbeiten.

  • 2017_Lehrgang_HÂhenretter_Daumen_hoch
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Zu den Bildern:

Bei der Abschlussübung waren auch Mitarbeiter des Werksärztlichen Dienstes mit dabei und versorgten den Verletzten in der Luft (rechts).

Daumen hoch (von links): Bernd Bucher, Sandra Nahr, Wolfgang Dausch, Harald Hackenberg, Markus Kneuer, und Markus Galster sind nun ausgebildete Höhenretter und haben gemeinsam mit Friederike Döring (links) und Andrea Viertl (5. v. l.) vom Werksärztlichen Dienst die Abschlussübung absolviert.

 

Bilder und Text: Fa. Schaeffler, Herzogenaurach