KreisFeuerwehrVerband

Erlangen-Höchstadt e.V.

Digitalfunk-Info

Die Einführung des Digitalfunk für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) ist eines der derzeit größten technischen Modernisierungsvorhaben in Deutschland.

Zum ersten Mal wird ein bundesweit einheitliches Funknetz für Rettungs- und Sicherheitskräfte flächendeckend für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung stehen und die bestehenden, kleinteiligen Analogfunknetze ablösen.

Die wesentlichen Vorteile des Digitalfunk BOS sind:

ein gemeinsamen Netz für alle BOSsehr hohe und verlässliche VerfügbarkeitAbhörsicherheit des Funkverkehrsverbesserte Sprachqualität ohne RauschenDatenübertragung, insbesondere für Abfragen, Statusmeldungen und SDSEinzelkommunikation und Gruppenkommunikationzahlreiche Zusatzdienste, wie beispielsweise Notruf oder GPS-basierte Fahrzeug- und Personenortung

Das BOS-Digitalfunknetz ist das weltweit größte Funknetz, das auf dem internationalen TETRA-Standard basiert. Es ist ausgelegt für die Kommunikation von 500.000 Nutzerinnen und Nutzern – gleichzeitig!

Von diesem modernen Sicherheitsnetz profitieren u.a.:

Polizei des BundesPolizeien der LänderFeuerwehrenRettungsdiensteKatastrophen- und ZivilschutzbehördenBundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW)Bundeszollverwaltung

Mittelbar nutzt die neue Technik auch den Bürgerinnen und Bürgern: Sorgt sie doch dafür, dass im Notfall die Hilfe schneller und auch verlässlicher kommt.

Das Kernnetz des Digitalfunk BOS mit seinen 64 Standorten – Vermittlungsstellen, Transitvermittlungsstellen, Netzverwaltungszentren – steht bereits voll funktionsfähig zur Verfügung.

Von den geplanten circa 4.500 Basisstationen an rund 4.300 Standorten sind bereits 3.961 erbaut und 3.515 in das Netz integriert. Mit Stand September 2013 bedeutet dies eine Funkabdeckung von rund 86 Prozent des deutschen Territoriums.

Das BOS-Digitalfunknetz ist mittlerweile u.a. in Berlin, Bremen, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Köln und München sowie in den Regionen Lüneburg, Trier, Oldenburg (in Niedersachsen), Schleswig-Holstein West und dem östlichen Landesteil Baden-Württembergs funktionsfähig und verfügbar.

Tausende von Einsatzkräften nutzen den neuen Funk bereits heute aktiv und unterziehen die neue Technik Praxistests. So steht der Digitalfunk BOSsowohl für die täglichen Routineeinsätze wie für Großveranstaltungen – Staatsbesuche, Feierlichkeiten und Sportereignisse – zur Verfügung. Die herkömmliche analoge Funktechnik kommt dabei für eine Übergangszeit parallel zum neuen Digitalfunk BOS zum Einsatz.

Neben Deutschland bauen derzeit acht weitere europäische Staaten landesweite TETRA-Netze auf: Österreich, Bulgarien, Kroatien, Norwegen, Serbien, Rumänien, Slowenien und Mazedonien . Drei weitere Staaten planenTETRA-Netze: Griechenland, Italien und Luxemburg . Dreizehn europäische Staaten - Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Großbritannien, Ungarn, Island, Litauen, die Niederlande, Portugal, Schweden, Irland und Montenegro - verfügen bereits jeweils über ein landesweites TETRA-Netz. In Island ist das Netz allerdings nur in den Ballungsgebieten in Südisland aufgebaut.
Grund für die Systemtechnikentscheidung so vieler Länder ist, dass derTETRA-Standard speziell für die Anforderungen der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben entwickelt wurde. Kein anderer Standard geht so auf die Einsatzsituation von Polizei und Feuerwehr ein: Die Gruppenkommunikation ermöglicht die Kommunikation in der Einsatzformation, die direkte Verbindung aller mit der Leitstelle. Funkteilnehmer können je nach Bedarf in Gruppen organisiert werden. Eine Alarmfunktion sorgt dafür, dass eine Einsatzkraft in Not im Netz absolute Priorität erhält.

Die Architektur des deutschen Digitalfunk BOS sorgt darüber hinaus für eine außerordentlich hohe Netzverfügbarkeit. Der Anruf kommt immer an – auch in Katastrophenlagen, in den andere Mobilfunknetze ihren Dienst schon längst versagen. Und die generelle Abhörsicherheit lässt Polizeifunkhorcher außen vor.