KreisFeuerwehrVerband

Erlangen-Höchstadt e.V.

Einsatzberichte des KFV

Ammoniakaustritt im Eisstadion

Um 11:27 Uhr alarmierte die Leitstelle zu einem Gefahrguteinsatz in den Technikräumen des Wellenfreibads bzw. des Eisstadions in Höchstadt an der Aisch.
Es kam zum Austritt des reizenden und ätzenden Stoffes Ammoniak, welches mit zwei Aggregaten vorrangig zur Kühlung der Eisfläche verwendet wird. Die Feuerwehr Höchstadt/Aisch setzte hierbei rasch einen Trupp unter schwerem Atemschutz und Chemikalienschutzanzügen (CSA) ein und führte Messungen durch. Die mitalarmierte FF Neuhaus erstellte zeitgleich eine Not-Dekon. Das Ammoniak konnte bereits im Freien durch seinen beißenden Geruch wahrgenommen werden.

Mehrere ABC-Fachberater (Gefahrgut) waren an der Einsatzstelle, um die regelmäßigen Messungen zu analysieren und weiteres Vorgehen abzusprechen. Die Feuerwehren Adelsdorf, Herzogenaurach, sowie die Dekon-Gruppe aus Hammerbach wurden nachgefordert, um weiteres Personal an Trägern für CSA und der umfangreichen Dekontamination zu generieren. Eine Dekon-Strecke Stufe 2 wurde eingerichtet, um die Einsatzkräfte nach der jeweils auf 20 Minuten begrenzten Einsatzzeit vom Gefahrstoff durch gründliches Abwaschen zu befreien. Die Dämpfe, die sich durchs ganze Gebäude bis ins Freie verflüchtigten, wurden mit Wasserwerfern niedergeschlagen, um die Ausbreitung zu minimieren. Mit Wasser verdünnt bildet der Stoff eine Lauge, die größtenteils Stickstoff enthält und in diesem Fall für die Umwelt unbedenklich war. Diese Maßnahme wurde zudem mit der örtlichen Kläranlage abgesprochen.

Im weiteren Verlauf wurden von Einsatzleiter und 1. Kommandant aus Höchstadt Wolfgang Glotz zwei Einsatzabschnitte gebildet. Den einen Abschnitt unter Leitung von Zugführer Feuerlein, stellte die Arbeit im Gefahrenbereich inklusive der Dekontamination dar, ein Weiterer wurde für die Straßensperrung und Wasserabgabe im Bereich der Zufahrt zum Gelände generiert.
Nach und nach wurden sämtliche CSA-Träger eingesetzt, die inzwischen die nötigen Maßnahmen gegen das weitere Ausströmen unternommen hatten und wiederholt Messwerte einholten. Die Zuleitungen vom 5000 l fassenden Ammoniaktank konnten rasch abgeriegelt werden.
Parallel zu den Maßnahmen an der Schadensstelle gab es enge Absprachen mit den Betreibern der Anlage und der Feuerwehr samt Fachberater, um den richtigen Umgang mit Mannschaft, Material und Umwelt zu erörtern. Die gemessenen Werte waren teils grenzwertig, jedoch zu jeder Zeit unbedenklich für die Umwelt. Eine reizende bzw. ätzende Konzentration war in den im Keller befindlichen Räumen lange Zeit unverändert hoch, sodass der Zutritt im Untergeschoss weiterhin ausschließlich unter schwerem Atemschutz und Chemikalienschutzausrüstung möglich war.

Die Konzentration des Gefahrstoffs in der Luft war jedoch hartnäckig. Trotz der Verriegelung sämtlicher Leitungen, ließ das gefährliche Gemisch keine spürbare Besserung eintreten. Herausgestellt hatte sich nach einigen Stunden, dass die Restmengen innerhalb der Zuläufe in einem der Kompressoren ausreichten, um die Konzentration von Ammoniak in der Luft auf diesem hohen Level zu halten. Die Mannschaftsstärke war erneut rasch erschöpft, wonach die nächsten Einheiten hinzugezogen wurden. Letztendlich die Gefahrguteinheiten der Werkfeuerwehr Schaeffler und auch Kammeraden aus dem benachbarten Uehlfeld (Lk.NEA) wurden angefordert. Diese sollten die Arbeiten neben den mittlerweile umfangreichen Belüftungsarbeiten dann abschließen.
Die Feuerwehren konnten mit verschiedensten Mitteln die Gefahr eindämmen und letztlich eliminieren, sodass weder Menschen, Tiere, noch die Umwelt zu Schaden kam.
Der Betrieb des Eisstadions wird voraussichtlich die nächsten Tage nicht stattfinden können.
Insgesamt waren nahezu 100 Kräfte der Feuerwehren im Einsatz, zwei Rettungswagen des BRK im Wechsel, samt Einsatzleiter Rettungsdienst Thomas Heideloff und zwei Streifen der Polizei Höchstadt/Aisch. Kreisbrandrat Matthias Rocca und Kreisbrandinspektor Jürgen Schwab, sowie mehrere Kreisbrandmeister und Fachberater unterstützen die Einsatzleitung.
Nach mehr als sechs Stunden konnte der Einsatz abgeschlossen werden.

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Bericht und Bilder: Sebastian Weber, Pressesprecher Kreisbrandinspektion ERH