KreisFeuerwehrVerband

Erlangen-Höchstadt e.V.

Einsatzberichte des KFV

Wohnhausbrand in Oberreichenbach

 

 

 

Oberreichenbach. Enormer Sachschaden entstand bei Brand eines Bauernhauses mit angebauter Scheune am Donnerstagabend in Oberreichenbach. Glücklicherweise wurden keine Menschen verletzt. Durch die vorherrschenden Temperaturen weit unterhalb des Gefrierpunkts und böigen Wind wurden jedoch die Arbeiten der Feuerwehr massiv erschwert.

Am 01.03.2018 um 19:53 Uhr alarmierte die Integrierte Leitstelle Nürnberg entsprechend der Alarmierungsplanung die Freiwilligen Feuerwehren Oberreichenbach, Herzogenaurach, Münchaurach, Weisendorf und Wilhelmsdorf, den Inspektionsdienst und die Unterstützungsgruppe „Örtliche Einsatzleitung“ der Landkreises Erlangen-Höchstadt sowie den Fachberater des THW-Ortsverbands Baiersdorf, Notarzt, Rettungsdienst und eine Streife der Polizeiinspektion Herzogenaurach.

Beim Eintreffen der ersten Kräfte hatte sich bereits ein fortgeschrittener Brand im Bereich der Scheune sowie im Dachstuhl über den gesamten Gebäudekomplex hinweg entwickelt. Sämtliche Bewohner hatten das Wohnhaus bereits verlassen und sich unverletzt in Sicherheit bringen können. Unter der Einsatzleitung des Oberreichenbacher Kommandanten Thomas Heisler wurden zwei Einsatzabschnitte zur Brandbekämpfung eingerichtet, um unmittelbar gefährdete Nachbargebäude und –anwesen erfolgreich abzuschirmen. Hier wurden unter der Regie der Abschnittsführer, Glossary Link KBM Jochen Hofmockel und KBM Willi Oed, durch Atemschutztrupps unter schwerem Atemschutz insgesamt 9 C-Rohre vom Boden aus vorgenommen. Die Flammen im Dachbereich wurden von zwei Drehleitern niedergeschlagen.

Die Wasserversorgung wurde zunächst über die Löschwassertanks der Einsatzfahrzeuge und im weiteren Verlauf über mehrere hundert Meter lange Schlauchstrecken von Hydranten und der Löschwasserzisterne in der Ortsmitte sichergestellt. Dazu wurde seitens des Wasserversorgers auch eine Druckerhöhung im Leitungssystem durchgeführt.

Nachdem das Feuer nach rund 30 Minuten unter Kontrolle gebracht worden war, standen aufwändige Nachlöscharbeiten am Dachstuhl und dem darunterliegenden Fehlboden an, der allerdings aufgrund der Einsturzgefahr nicht mehr betreten werden konnte. So musste die noch verbliebenen Dachziegel vom Rettungskorb der Drehleiter sowie aus dem Arbeitskorb eines Teleskopsladers einer örtlichen Firma heraus entfernt werden, um an zahlreiche Glutnester, die im böigen Wind auch immer wieder aufflammten, heranzukommen. Gerade dieser von einem Feuerwehrmann gesteuerte Teleskoplader mit seinem rund 4 Meter breiten Arbeitskorb ermöglichte es, auch an Bereiche heranzukommen, die von den Drehleitern nicht erreicht werden konnten.

Aufgrund der niedrigen Temperaturen gefror das Löschwasser sofort auf dem Boden und bildete eine riesige Eisfläche, die umgehend durch Einsatzkräfte und den Gemeindebauhof abgestreut wurden, um die Rutschgefahr zu minimieren. Auch auf Fahrzeugen, der Einsatzkleidung und auf den Helmen der Feuerwehrleute bildeten sich schnell Eisschichten. Das kalte Nass sorgte darüber hinaus dafür, dass Atemschutzgeräte so zufroren, dass ein Wechsel der Atemluftflaschen nicht mehr möglich war, und deshalb für die Ablösungen der Einsatzkräfte eine große Zahl von Reservegeräten aus Herzogenaurach herangeführt werden musste.

Die Koordination aller Kräfte erfolgte am Einsatzleitwagen des Landkreises, wo unter der Regie von Kreisbrandrat Matthias Rocca im halbstündigen Turnus Lagebesprechungen durchgeführt und die weiter notwendigen Maßnahmen abgestimmt wurden. Durch das BRK wurde ein Versorgungszelt aufgestellt, in dem sich die Helfer mit Heißgetränken und Suppe aufwärmen konnten.

Gegen 22:30 Uhr waren die Löscharbeiten dann soweit fortgeschritten, dass die überörtlichen Feuerwehrkräfte aus dem Einsatzgeschehen herausgelöst werden und den Nachhauseweg antreten konnten. Die Feuerwehr Oberreichenbach übernahm anschließend bis zum Morgen die Brandwache, unterstützt vom THW Baiersdorf, dessen Helfer die großräumige Ausleuchtung der Einsatzstelle übernahmen. Über die Höhe des entstandenen Sachschadens können seitens der Feuerwehr keine Angaben gemacht werden, er dürfte  wohl im sechsstelligen Bereich liegen.

Sämtlichen beteiligten Helfern, Organisationen und Dienststellen möchten wir an dieser Stelle für den unter widrigsten Bedingungen gezeigten Einsatz höchsten Respekt zollen und uns für das hervorragende und freundschaftliche Miteinander, auch über Gebiets- und Organisationgrenzen hinweg, ganz herzlich bedanken!

Disponierte Einheiten:

Feuerwehr (120 Kräfte):

FF Oberreichenbach: LF8/6, LF8, Glossary Link MZF

FF Herzogenaurach: ELW1, 2 HLF20, 2 DLA(K)23-12, TLF20/40, TLF16/25, GW-L2, V-LKW, MTW

FF Münchaurach: Glossary Link LF 8

FF Weisendorf: HLF20, LF16/12, LF8/6, MZF

Feuerwehr Wilhelmsdorf (LK NEA): HLF20, SHLF, LF8/6, MTW

LK ERH: Glossary Link KBR M. Rocca, Glossary Link KBI S. Brunner, KBI M. Schattan, KBM J. Hofmockel, KBM Willi Oed, KBM UG-ÖEL C. Bühl, KBM Atemschutz P. Dreher, Fachberater H. Werner, ELW2 UG-ÖEL (Baiersdorf)

Besetzung Atemschutzwerkstatt Herzogenaurach, Nachalarmierung der FF Niederndorf und Hauptendorf zur Wachbesetzung in Herzogenaurach als Gebietsabdeckung

THW-OV-Baiersdorf (10 Kräfte): Fachberater F. Wedler, MTW, GKW1

Rettungsdienst (18 Kräfte): Glossary Link NEF, 2 Glossary Link RTW, Einsatzleiter Rettungsdienst Th. Heideloff, Glossary Link SEG BRK Herzogenaurach, SEG Betreuung BRK Bereitschaft Erlangen 2

Polizeiinspektion Herzogenaurach: 1 Streifenfahrzeug

Sonstige: Gemeindebauhof Oberreichenbach, Energieversorger, Wasserversorger.

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Bericht und Bilder: KBI Stefan Brunner, Pressestelle Kreisbrandinspektion Erlangen-Höchstadt