KreisFeuerwehrVerband

Erlangen-Höchstadt e.V.

Einsatzberichte des KFV

Sturm fegt über das Oberland

Erlangen-Höchstadt. Wenn auch im Einzelfall hoher Sachschaden entstand und Betroffene sichtlich erschrocken waren, kam der Landkreis Erlangen-Höchstadt insgesamt gesehen am Freitagabend dennoch mit einem blauen Auge davon, vergleicht man die entstandenen Schäden mit denen in benachbarten Regionen.

Zwischen 18:30 Uhr und 19:00 Uhr war der Gewittersturm durch den Landkreissüden gezogen, wobei vor allem das Oberland dessen Ausläufer zu spüren bekommen hatte. In der Folge waren dann für die Feuerwehren zahlreiche Einsätze zu verzeichnen:

Auf der Verbindungsstraße zwischen Kalchreuth und Buchenbühl waren mehrere Bäume umgestürzt, einer davon auf einen PKW. Die Insassen, eine Frau und ein Kleinkind, blieben zum Glück unverletzt. Während die Straße komplett gesperrt war und die Verkehrshindernisse beseitigt wurden, versorgten die Einsatzkräfte der FF Kalchreuth die Beiden mit Getränken und zeigten ihnen ihr Fahrzeug, um sie vom ersten Schreck ein bisschen abzulenken. Nach rund drei Stunden konnte die Einsatzstelle an die Polizei übergeben und nachfolgend die Feuerwehr Heroldsberg im Bereich Hundsmühle unterstützt werden.

In Eckenhaid wurde die Feuerwehr alarmiert, um einen Keller auszupumpen, einen über der Fahrbahn liegenden Baum zu beseitigen sowie das Dach eines Wohnhauses wieder regendicht zu bekommen, an dem ein Dachfenster aus seiner Verankerung gerissen worden war.

Die Feuerwehr Eschenau wurde um 19:14 Uhr ein Fahrzeug zu einem umgestürzten Baum auf die Staatstraße 2240 in Richtung Lauf – Neunhof alarmiert. Durch dessen Besatzung konnte ein über eine Fahrbahn liegender dürrer Baum gefunden werden, der durch einen Feuerwehrkameraden schnell zur Seite gehoben wurde. Gleichzeitig war ein weiterer Einsatz in der Schnaittacher Straße gemeldet worden, wo mehrere Gullideckel aufgrund des Starkregens ausgehoben sein sollten. Hier konnte jedoch durch die Feuerwehr keine Feststellung gemacht werden, so dass die Einsätze für die FF Eschenau bereits um 19:45 Uhr wieder beendet waren.

Die FF Kleingeschaidt wurde um 19.00 Uhr alarmiert. Zunächst musste dafür gesorgt werden, dass das Wasser auf die überfluteten Ortstraße wieder abfließen konnte. Zudem lagen mehrere Bäume auf und neben der Ortsstraße, auf der Kreisstraße ERH10 in Richtung Tauchersreuth sowie auf dem Radweg im Gründlachtal, die beseitigt wurden. Im Anschluss daran wurde die Feuerwehr Heroldsberg im Bereich Hundsmühle unterstützt.

In Heroldsberg mussten neben der Stützpunktwehr auch alle Wehren der Ortsteile zum Einsatz kommen: So wurde in der Eichenstraße ein Baum, der auf zwei PKW gestürzt war, beseitigt. Auch im Drosselweg waren zwei Fahrzeuge unter einem Baum begraben und mussten befreit werden. Der Rest des Baumes wurde mit einer Baustütze abgesichert. Ebenso mussten die Verbindungsstraße von Heroldsberg nach Buchenbühl sowie die Schützenstraße im Bereich am Ruhstein, die Lerchenstraße und die Reichswaldstraße von mehreren Bäumen und größeren abgebrochenen Ästen geräumt werden. Gleiches galt für das Gleis der Gräfenbergbahn, wo im Bereich des Schwanwegs drei quer liegende Bäume zu beseitigen waren. Die Fußgängerunterführung am Bahnhof war voll Wasser gelaufen: Hier kamen mehrere Pumpen zum Einsatz, ebenso in einem vollgelaufenen Keller in der Kohlengasse. In der Adam-Kraft-Straße reichte ein Wassersauger aus, um eingedrungenes Wasser aus einem Keller zu entfernen. Die Einsatzzentrale im Heroldsberger Feuerwehrgerätehaus unterstützte während des Abends die Integrierte Leitstelle Nürnberg bei der Koordination der Kräfte.

Zum technisch aufwändigsten Einsatz des Abends wurden die Wehren im Anschluss nochmals nach Kleingeschaidt beordert, wo der Sturm das Dach eines Firmengebäudes schwer beschädigt hatte. Hier galt es, losgelöste Dachziegel zu entfernen und die Dachhaut mit Planen und Holzlatten provisorisch wieder wetterfest zu verschließen, was erst am folgenden Morgen gegen 2:30 Uhr mit dem Einrücken der letzten Kräfte abgeschlossen war. Neben der Ortswehr, dem Rüstwagen und der Drehleiter der FF Heroldsberg kam hier auch die Gelenk-Drehleiter der Feuerwehr Lauf a. d. Pegnitz zum Einsatz, mit der auch schwer zugänglich Dachbereiche erreicht werden konnten.

Im Gegenzug kam im Laufe des Abends auch die Drehleiter der Feuerwehr Herzogenaurach in Seukendorf im Landkreis Fürth zum Einsatz, um die dortige Feuerwehr im Unwettereinsatz zu unterstützen.

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Text: Glossary Link KBM Stefan Brunner, Pressestelle KFV ERH e.V.

Bilder: KBM Sven Menger, Feuerwehr Heroldsberg, FF Kalchreuth