KreisFeuerwehrVerband

Erlangen-Höchstadt e.V.

Allgemeines

Alle drei Stunden ein Einsatz

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Weisendorf. Neben dem Bericht des Kreisbrandrats und der Fachbereichsleiter des Kreisfeuerwehrverbands stand bei der diesjährigen Frühjahrs-Dienstversammlung der Kommandanten der Feuerwehren des Landkreises am Sonntagvormittag in der vollbesetzten Mehrzweckhalle in Weisendorf auch die Vorstellung neuer Technik auf der Tagesordnung.          

Kreisbrandrat Matthias Rocca konnte dazu nicht nur die Feuerwehrführungskräfte der Wehren und des Landkreises begrüßen, sondern freute sich auch über die Anwesenheit von Landtagsabgeordneten Walter Nussel, Landrat Alexander Tritthart, zahlreicher Bürgermeister, der Vertreter des Polizeipräsidiums und der Polizeiinspektionen, des Landratsamtes sowie des BRK-Kreisverbands und des Technischen Hilfswerks. Ein besonderer Gruß galt der großen Riege der Ehrenführungsdienstgrade des Landkreises, deren Interesse an der Entwicklung der Feuerwehren auch nach ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst ungebrochen ist.

Bei der anschließenden Totenehrung wurde insbesondere des im November auf dem Weg zu einem Einsatz plötzlich verstorbenen Kreisbrandinspektors Heinz Horlamus gedacht.

Weisendorfs 1.Bürgermeister Heinrich Süß stellten den Gästen seine Marktgemeinde, deren Entwicklung und die sechs örtlichen Feuerwehren vor. Er freute sich besonders, dass erst einen Tag zuvor ein neues Hilfeleistungs-Löschfahrzeug in Dienst gestellt worden war, das während der Pause auch ausgiebig betrachtet werden konnte.

Landrat Alexander Tritthart zollte den Einsatzkräften höchsten Respekt für ihre ehrenamtliche, uneigennützige und oft physisch wie psychisch fordernde Arbeit. Er hob insbesondere die Maßnahmen zur bestmöglichen Vorbereitung des Landkreises auf mögliche Großschadenslagen hervor: Allein dieses Jahr wurden rund zwei Millionen Euro für den Katastrophenschutz in den Kreishaushalt eingestellt, ein Großteil davon für das neue Wechselladersystem. Aber auch die organisatorische Vorbereitung auf mögliche Szenarien wurde optimiert: Neun Übungen und Schulungen dienen im Jahr 2018 allein der forcierten Zusammenarbeit der am Katastrophenschutz beteiligten Behörden und Organisationen. Im neuen Landratsamt, das Ende Juni den Betrieb aufnimmt, werde es auch dafür geeignete und ausgestattete Räumlichkeiten geben. Wie Alexander Tritthart betonte, liege ihm die „Blaulichtfamilie“ am Herzen: „Kommt immer wieder gesund von Euren Einsätzen zurück!“

„Ihr braucht den Vergleich mit einer Berufsfeuerwehr nicht zu scheuen!“, stellte Erster Polizeihauptkommissar Wilhelm Wölfel in seinem Grußwort fest, und attestierte den Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis eine höchst professionelle Arbeit. Für die stets sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit bedankte er sich, auch im Namen der weiteren Polizeidienststellen, auf das Herzlichste.

In seinem Rückblick auf das Jahr 2017 ging Glossary Link KBR Matthias Rocca auf die personelle Aufstellung der Wehren und der Kreisbrandinspektion ein und erinnerte an verschiedene Veranstaltungen und Termine. 61 Einsatzkräfte seien im abgelaufenen Jahr mit dem Ehrenzeichen des Freistaats für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst ausgezeichnet worden, weitere 47 sogar für 40-jährige Dienstzeit. Bei 63 Bauvorhaben war eine Stellungnahme der Brandschutzdienststelle notwendig. Derzeit sorgen im Landkreis 109 Brandmeldeanlagen für die frühe Erkennung und schnelle Alarmweiterleitung bei Brandentstehungen. 2017 wurden bei den Wehren verschiedene Tragkraftspritzenfahrzeuge-„Logistik“, Hilfeleistungslöschfahrzeuge und Versorgungs-LKW in Dienst gestellt. Aktuell stehen landkreisweit 268 Einsatzfahrzeuge zur Verfügung.

Neben verschiedenen Hinweis für den Dienstbetrieb ging Rocca auch auf die künftige Warnapp „BIWApp“ des Landkreises, also ein Bürger-Informations- und Warnsystem ein, die bereits eingerichtet ist und in Kürze in Betrieb gehen wird. Sämtliche Bürgerinnen und Bürger, die diese auf ihrem Smartphone installieren, werden darüber nicht nur Warnungen bei Unwetter- oder Umweltgefahren erhalten, sondern auch Infos überörtlicher Bedeutung, wie z.B. Schulausfälle, Störungen im öffentlichen Personennahverkehr, Sicherheitshinweise und vieles mehr.

Den Bericht aus der Jugendarbeit teilten sich der ausgeschiedene Kreisjugendfeuerwehrwart, Kreisbrandmeister Marcus Maier, und sein neugewählter Nachfolger, Glossary Link KBM Christian Bühl. 518 Jugendliche bereiten sich in aktuell 52 Jugendgruppen auf ihren künftigen Feuerwehrdienst vor. Allerdings sei ein leicht rückläufiger Trend zu verzeichnen, der zwar noch nicht besorgniserregend sei, auf den aber frühzeitig reagiert werden müsse. Für seine über 15-jährige Tätigkeit als Kreisjugendwart wurde Marcus Maier zum Abschied zum Ehrenmitglied der Jugendfeuerwehr des Landkreises Erlangen-Höchstadt ernannt und erhielt die entsprechende Urkunde.

KBM Udo Beuerlein stellte dann in seinem Vortrag und danach bei einer praktischen Vorführung im Freien die Drohne der Feuerwehr Erlangen vor, die bei Bedarf auch bei entsprechenden Einsätzen im Landkreis angefordert werden kann, um zusätzliche Informationen aus der Luft zu erhalten, vor allem bei großflächigen Einsatzstellen und Personensuchen, zum Aufspüren von Glutnestern mit der eingebauten Wärmebildkamera oder als Träger von Messgeräten im Umwelteinsatz.

Kreisbrandinspektor Stefan Brunner stellte die Einsatzstatistik der Feuerwehren vor: Bei insgesamt 2.427 Einsätzen, darunter 342 Brandeinsätzen, 1.371 technischen Hilfeleistungen und 190 First Responder-Einsätzen wurden ehrenamtlich insgesamt 33.436 Einsatzstunden erbracht. Dies bedeutet, dass im Landkreis im Schnitt alle drei Stunden eine Feuerwehr zum Einsatz fährt. Dabei wurden 77 Personen durch die Feuerwehr gerettet, 109 Personen bei teilweise lebensbedrohlichen Zuständen bis zum Eintreffen des Notarztes erstversorgt und 193 Menschen während Feuerwehreinsätzen betreut. Für 26 Personen kam jede Hilfe zu spät. Zur Bewältigung dieser Aufgaben stehen 3.109 ehrenamtliche Einsatzkräfte, davon 360 Frauen, Tag und Nacht bereit. Nachdem Brunner das Amt des Kreisbrandinspektors für den Dienstbereich 4, also den östlichen Landkreis, bereits seit Februar kommissarisch bekleidet hatte, überreichte ihm KBR Matthias Rocca nunmehr offiziell die Ernennungsurkunde.

Der deren Ausbildung koordinierende Glossary Link KBI Manfred Schattan konnte berichten, dass 2017 insgesamt 16.530 Ausbildungsstunden erbracht wurde. 216 Einsatzkräfte konnten einen Lehrgang an einer der drei bayerischen Feuerwehrschulen absolvieren. Weiterhin gab er Informationen über die Anwendung elektronischer Lernanwendungen sowie die Änderungen in der Lehrgangsanmeldung und –bestätigung. Eine Vielzahl von Lehrgängen wurde auch 2017 wieder im Landkreis selbst organisiert und durchgeführt.

KBM Sven Menger erläuterte die aktuell laufenden Maßnahmen zur Ertüchtigung der Integrierten Leitstelle Nürnberg für den Digitalfunk. Nachdem die Feuerwehren der Stadt Nürnberg bereits digital funken und auch der Landkreis Nürnberger Land nunmehr in den Probebetrieb geht, ist die Aufschaltung des Landkreises Erlangen-Höchstadt für Oktober 2018 vorgesehen.

KBM Dieter Püttner erläuterte in seinem Fachvortrag die Änderungen, die sich durch das Verbot fluorhaltiger Schaummittel für den Einsatz ergeben, und welche Maßnahmen in den einzelnen Feuerwehren notwendig sind, um einerseits Umweltschäden vorbeugen und andererseits rechtssicher arbeiten zu können.

Walter Nussel, MdL, zugleich mit der Entbürokratisierung von Verwaltungsvorgängen in Bayern beauftragt, konnte von ersten Erfolgen auch für die Feuerwehren berichten, beispielsweise hinsichtlich der Blaulichtnutzung durch Führungskräfte oder überzogener Forderungen im vorbeugenden Brandschutz. Die Änderungen, die sich aus neuen Vorschriften zum Datenschutz ergeben, werden gerade ehrenamtlich arbeitenden Vereinen große Probleme bereiten. Hier müssten zeitnah Lösungen gefunden werden.

Zum Schluss der äußerst informativen Dienstversammlung bedankte sich KBR Matthias Rocca bei der Feuerwehr Weisendorf für die perfekte Organisation sowie der Marktgemeinde für die Überlassung der Mehrzweckhalle für diese Veranstaltung.

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Bericht und Bilder: KBI Stefan Brunner, Pressestelle KFV ERH e.V.