KreisFeuerwehrVerband

Erlangen-Höchstadt e.V.

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Abschied von KBI Heinz Horlamus

 

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Eschenau. Für einige Stunden schien es, als hielte die Marktgemeinde Eckental die Luft an, als am Donnerstagnachmittag mehrere hundert Einsatzkräfte aus der Region sowie unzählige Bürgerinnen und Bürger, Freunde und Arbeitskollegen zusammen mit der Familie Abschied von Kreisbrandinspektor Heinz Horlamus nahmen, der vor einer Woche auf dem Weg zu einem Feuerwehreinsatz plötzlich verstorben war.
Nachdem die Feuerwehren der Marktgemeinde mit ihren Fahnenabordnungen, begleitet von zahlreichen Vertretern weiterer Wehren, Hilfsorganisationen und Behörden vom Feuerwehrgerätehaus in die St.-Bartholomäus-Kirche gezogen waren, begrüßte Pfarrer Martin Irmer die Trauergäste in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Gotteshaus. Für die vielen, die darin keinen Platz mehr gefunden hatten, wurde die Trauerfeier über Lautsprecher auf den Vorplatz übertragen. Der Pfarrer erinnerte in seiner Ansprache an die kalte Winternacht vor einer Woche, in der er selbst noch die Sirenen gehört habe, die auch den Verstorbenen zum Einsatz gerufen hatten. Wie so oft habe sich Heinz Horlamus selbstverständlich auf den Weg gemacht, um anderen in Not zu helfen. Während er vielleicht noch kurz an seine Frau oder aber schon an die nächsten Schritte gedacht habe, die nötig werden würden, seien seine eigenen Schritte an ihr Ende gekommen, und der Herr habe ihn aufgefangen. Was bleibe, sei die Erinnerung, vor allem an schöne Anekdoten aus der Kindheit, der Schulzeit, dem Beruf und seinen Vorlieben für Feuerwehr und Fußball, auf die Pfarrer Irmer zurückblickte, und mit so manchem Zitat schaffte er es, kurz ein Lächeln in die Gesichter der Trauergäste zu zaubern. Er verglich das vom Verstorbenen mit Leidenschaft ausgeführte Ehrenamt zum Schutz vor Feuer, Wasser und Unfällen mit den Worten des Propheten Jesaja im Vers 47. Und ebenso wie Heinz Horlamus in problematischen Situationen immer gesagt habe „Des wird scho werrn!“, so spreche auch Gott mittenhinein in die Trauer um ihn:“Fürchtet Euch nicht!“
Landrat Alexander Tritthart gab zu, dass es für ihn ebenso wie für die Familie und viele andere, vor allem in den Feuerwehren des Landkreises, einfach unvorstellbar sei, dass Kreisbrandinspektor Heinz Horlamus nicht mehr da sein solle. In all seinen Ehrenämtern habe er sich stets darum gekümmert, dass es anderen gut ging oder Menschen in Not schnell geholfen werden konnte. Der Landkreis verliere in ihm einen äußerst beliebten und weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannten Feuerwehrmann. Verantwortungsbewusstsein und Kompetenz, Ruhe und Besonnenheit sowie immer die richtigen Worte – all das habe Heinz Horlamus stets ausgezeichnet. Zu dessen plötzlichen Ableben nun ebenfalls die richtigen Worte zu finden, falle ihm sehr schwer.
Den Abschiedsgruß der Kreisbrandinspektion und des Kreisfeuerwehrverbands Erlangen-Höchstadt, des Bezirksfeuerwehrverbands Mittelfranken und der Feuerwehren der Nachbarlandkreise überbrachte Kreisbrandrat Matthias Rocca. Heinz Horlamus habe als sein ständiger Stellvertreter als auch als Kreisbrandinspektor Meilensteine gesetzt. Für sein Engagement und seine großartige Arbeit wurde er mit den höchsten Auszeichnungen des Landkreises und des Freistaats Bayern bedacht. Die Anwesenheit vieler hundert Feuerwehrleute beweise seine Beliebtheit: „Du wirst uns allen sehr fehlen. Was bleibt, ist die Erinnerung, die wir stets in Ehren halten werden. Danke für alles, Heinz. Ruhe in Frieden!“
Die Erste Bürgermeisterin der Marktgemeinde Eckental, Ilse Dölle, betonte, der Markt Eckental, der Gemeinderat, die Verwaltung, die Bürger und vor allem auch die Feuerwehren seien über alle Maße betroffen, viel zu früh müsse man sich von Heinz Horlamus verabschieden. Seine hohe Fachkompetenz habe dazu geführt, dass er Verantwortung übernehmen konnte. Als loyaler Berater für die Gemeinde habe er stets die passenden Worte gefunden und dazu gestanden. „Da ruf mer amal den Heinz an...!“ sei im Rathaus ein geflügeltes Wort gewesen. Die Sicherheit der Feuerwehrleute habe für ihn stets an oberster Stelle gestanden, daneben sei es eine Herzensangelegenheit für ihn gewesen, junge Menschen für den Feuerwehrdienst zu gewinnen: „Er war ein Macher und ein Schaffer!“
Für die Feuerwehren der Marktgemeinde, die mit der Familie Horlamus fühlten und ihren Schmerz teilten, sprach Frank Ibler, Erster Kommandant der Feuerwehr Eschenau. 29 Jahre sei der Verstorbene hier aktiv gewesen, davon 18 Jahre als deren Kommandant, lange Zeit als Sprecher der Eckentaler Wehren und seit zwei Jahren als 1.Vorsitzender. Sein aufrichtiger Charakter und seine offene Art zeichneten ihn dabei besonders aus: Der Spruch „Ein Mann – ein Wort!“ habe stets auf ihn zugetroffen.
Für den Arbeitgeber von Heinz Horlamus, die Firma Staub&Co – Silbermann GmbH in Nürnberg, sprach Geschäftsführer Andreas Frank. Der Verstorbene sei im Unternehmen etwas ganz Besonderes gewesen. 36 Jahre lang stets loyal zur Firma stehend, habe er sich vom Labormit-arbeiter über die Funktion des Lagerleiters bis hin zum Betriebsleiter hochgearbeitet. Während er als Betriebsratsvorsitzender das Vertrauen der gesamten Belegschaft genossen habe, sei er gleichzeitig nicht weniger als drei Generationen der Firmeninhaber nicht nur ein wertvoller Mitarbeiter und einzigartiger Ratgeber gewesen, sondern auch ein Stabilitätsanker und Garant für die Sicherheit innerhalb eines der Störfallverordnung unterliegenden Chemiebetriebes: „Es gab kein Problem. Bevor es richtig dazu kam, hatte er stets schon die Lösung parat. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 52 Wochen im Jahr. Unsere Firma kann nach seinem Tod nicht so schnell wieder zur Tagesordnung übergehen!“
Feuerwehrkameraden und Stammtischfreunde trugen den Sarg dann aus der Kirche, bevor sich ein nicht enden wollender Trauerzug mit Fahnenabordnungen von Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis sowie Abordnungen von Feuerwehren aus der ganzen Region in Bewegung setzte. Im Friedhof bildeten die Einsatzkräfte ein langes Spalier und erwiesen dem Verstorbenen damit die letzte Ehre. Seiner lebenslangen Leidenschaft für den 1.FC Nürnberg geschuldet erklang zum Schluss der Trauerfeier am Grab die Hymne des Clubs „Die Legende lebt“. Bei der ersten Strophe „Ein Fels in wilder Brandung, der alles überstand. Er hielt in vielen Jahren so manchen Stürmen stand“ hatte dabei sicher so mancher der Trauergäste Heinz Horlamus noch einmal selbst vor Augen.
Ein gemeinsamer Imbiss in der Mehrzweckhalle beendete dann die Trauerfeier.

Unser Dank gilt allen, die dazu beigetragen haben, dass wir uns von Heinz Horlamus in einem derart würdigen und trotzdem persönlichen Rahmen verabschieden konnten. Ein herzliches Vergelt´s Gott geht in diesem Zusammenhang an die Polizei, den Rettungsdienst und insbesondere auch die Kameraden der Nachbarfeuerwehren Kleinsendelbach, Neunkirchen am Brand und Steinbach aus dem Landkreis Forchheim, die unter der Einsatzleitung von Glossary Link KBM Florian Burkhardt vor, während und nach der Trauerfeier vorbildlich für die Absicherung sorgten, sowie die Feuerwehr Igensdorf, die sich in der Mehrzweckhalle um das leibliche Wohl der Trauergäste kümmerte.

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Bericht und Bilder: KBM Stefan Brunner, Pressestelle KFV ERH e.V.